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Trauer um Pater Ulrich

Pater UlrichAm 16. Oktober 2014 ist unser langjähriger Kollege Pater Ulrich Schulte gestorben.

 

Pater Ulrich wurde am 8. März 1933 in Hagen in Westfalen geboren. Der NS-Staat und die Wirren des 2. Weltkrieges bestimmten seine Kindheit und sein späteres Leben auf bedrängende Weise. Besonders eingeprägt hat sich ihm die Zeit der Evakuierung in der Zeit von 1942 bis 1945, von der er bis ins Alter oft erzählte. Zurück in Hagen machte P. Ulrich im Jahr 1952 Abitur und trat noch im gleichen Jahr in Warburg in den Dominikanerorden ein. Nach dem Noviziat absolvierte er die Studien der Philosophie und Theologie an der ordenseigenen Hochschule in Walberberg, die er mit dem Lectorat abschloss. Am 2. Februar 1959 wurde er im Kölner Dom durch Kardinal Frings zum Priester geweiht. Obwohl seine Interessen im Bereich der Exegese lagen, fügte er sich dem Wunsch seiner Oberen und bereitete sich mit dem Studium der Germanistik und Geschichte auf die Lehrtätigkeit am Kolleg St. Thomas vor. P. Ulrichs Weg führte ihn 1968 ins oldenburgische Vechta, das bis zum Tod zu seinem Lebensmittelpunkt werden sollte. 30 Jahre hat er dort Generationen von Thomanern unterrichtet und geprägt. In der Auseinandersetzung mit der Literatur wurde seine kritisch-fragende Haltung auch religiösen Themen gegenüber deutlich, was viele Schüler beeindruckte. Zusätzlich zu seiner Lehrtätigkeit war P. Ulrich von 1993 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Schuldienst im Jahr 1998 stellvertretender Schulleiter des Kollegs. Neben dem Schuldienst teilte er als Internatspräfekt das Leben der Schüler und war vor allem als Prediger in die seelsorglichen Aufgaben des Konventes eingebunden. Die Predigten ließen oft seine Liebe zur Dichtung, sein geschichtliches Wissen und sein persönliches Ringen erkennen.                                                                                           Das Erreichen der Altersgrenze bedeutete für P. Ulrich keinen Wechsel in den Ruhestand, sondern lediglich einen Wechsel des Tätigkeitsfeldes. Für zwei Semester unterrichtete er das Fach Sozialkunde an der Fachhochschule Norddeutschland in Vechta. Gleichzeitig übernahm er die Seelsorge in der Pfarrei St. Marien in Vechta-Oythe. Die Jahre als Pfarrer hat P. Ulrich oft als die zehn schönsten Jahre seines Lebens bezeichnet. Besonders die Arbeit mit den Kinder- und Jugendgruppen der Gemeinde hat ihm große Freude bereitet. In diese Zeit fällt auch P. Ulrichs großes Engagement als Vizepostulator im Seligsprechungsprozess für Pater Titus Horten. Es fand Ausdruck in der Veröffentlichung eines allseits anerkannten Buches über den in Südoldenburg bis heute verehrten Diener Gottes. Mit der Vollendung des 75. Lebensjahres endete 2008 dieser pastorale Abschnitt im Leben von P. Ulrich. Aber auch die Zeit danach war nicht durch Ruhestand, sondern durch Aktivität gekennzeichnet. Einen großen Teil seiner Zeit und seiner Energie investierte P. Ulrich in den letzten Jahren darin, Schülerinnen und Schülern mit Nachhilfestunden über die Klippen der lateinischen Sprache zu helfen. Keinen freute es mehr als ihn, wenn nach vielen Mühen dann doch am Schuljahresende ein „ausreichend“ auf dem Zeugnis stand. Die unendliche Energie, die in ihm steckte, schwand plötzlich dahin, als ihm die Krankheit den Atem nahm. Sehr bewusst und sehr nachdenklich – typisch für ihn - ist er dem Tod entgegengegangen.